Gottesdienste aktuell - zur Verteilpredigt

Derzeit bieten wir in der Regel mindestens zwei Gottesdienste im Monat in der Kirche an. Am zweiten (und teilweise auch am vierten) Sonntag jeden Monats bieten wir Verteilpredigten an, die hier veröffentlicht werden und die Sie in der Woche davor im Pfarramt bestellen können.

Gottesdienste der kommenden Zeit

Am Sonntag Kantate (2. Mai) ist um 9.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche, Der Gottesdienst beginnt im Freien auf der Wiese neben der Kirche. Es spielt der Posaunenchor.

Am Sonntag Rogate (9. Mai) ist kein Gottesdienst in der Kirche. Die Kirche ist von 09 bis 11 Uhr zum Gebet geöffnet. Eine Verteilpredigt kann im Pfarrbüro bestellt werden, dann wird sie Ihnen vorbei gebracht. Ab Samstag Nachmittag liegt die Verteilpredigt vor der Kirche aus und wird hier im Internet eingestellt.

Um 19:00 Uhr ist ein Jugendgottesdienst in Neureut Nord.

An Christi Himmelfahrt (13. Mai) ist um 10.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Festplatz Neureut. Gerne könne sie mit dem Fahrrad kommen, Sitzgelegenheiten gibt es nicht. Bitte melden Sie sich für diesen Gottesdienst unbedingt vorher im Pfarrbüro an!

Am Sonntag, 16. Mai (Exaudi) ist um 9.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Den Gottesdienst hält Pfarrer Fitterer-Pfeiffer

Am 16. Mai (Exaudi) ist um 10:30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden. Den Gottesdienst hält Pfarrer Fitterer-Pfeiffer.

Am Pfingstsonntag (23. Mai) ist kein Präsenzgottesdienst in der Kirche. Die Kirche ist von 9-11 Uhr zum persönlichen Gebet geöffnet. Sie finden ab 22.5. einen Video-Gottesdienst (knapp 30 Minuten) auf unserer Homepage.

Am Sonntag Trinitatis (30. Mai) ist kein Gottesdienst in der Kirche. Die Kirche ist von 09 bis 11 Uhr zum Gebet geöffnet. Eine Verteilpredigt von Pfarrer Dr. Uwe Hauser kann im Pfarrbüro bestellt werden, dann wird sie Ihnen vorbei gebracht. Ab Samstag Nachmittag liegt die Verteilpredigt vor der Kirche aus und wird hier im Internet eingestellt. 

Am Sonntag, 06. Juni (1. nach Trinitatis) ist um 09:30 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Den Gottesdienst hält Pfarrer Fitterer-Pfeiffer. Es spielt der Posaunenchor, der Gottesdienst beginnt im Freien neben der Kirche.

Am Sonntag, 13. Juni (2. nach Trinitatis) ist kein Präsenzgottesdienst in der Kirche. Die Kirche ist von 09-11 Uhr zum Gebet geöffnet. Eine Verteilpredigt kann im Pfarrbüro bestellt werden, dann wird sie Ihnen vorbei gebracht. Ab Samstag Nachmittag liegt die Verteilpredigt vor der Kirche aus und wird hier im Internet eingestellt.

Um 19:00 Uhr ist ein Jugendgottesdienst in Neureut Nord.

Am Sonntag, 20. Juni (3. nach Trinitatis) ist um 09:30 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Den Gottesdienst hält Pfarrer Uwe Hauser.

Am Sonntag, 27. Juni ist um 18:00 Uhr Gotttesdienst mit Konfirmationsgespräch in St. Heinrich und Kunigunde. Den Gottesdienst hält Pfarrer Fitterer-Pfeiffer.

Am Sonntag, 4. Juli  (5. nach Trinitatis) ist um 9.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Den Gottesdienst hält Pfarrer Fitterer-Pfeiffer. Es spielt der Posaunenchor. Der Gottesdienst beginnt neben der Kirche im Freien.

Am Sonntag, 11. Juli (6. nach Trinitatis) sind um 9.30 und um 11.15 Konfirmationsgottesdienste der Kirchfelder Konfirmandinnen und Konfirmanden in Neureut Nord.

Am Sonntag 18. Juli (7. nach Trinitatis) ist um 9.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Den Gottesdienst hält Dekan i.R. W. Brjanzew.

 

Verteilpredigt für den Sonntag Rogate, 9. Mai 2021

Wochenspruch Psalm 66, Vers 20:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.


Predigtabschnitt: Jesus Sirach 35,16-22a

16 Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten. 17 Er verachtet das Flehen der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie ihre Klage erhebt. 18 Laufen ihr nicht die Tränen die Wangen hinunter, 19 und richtet sich ihr Schreien nicht gegen den, der die Tränen fließen lässt? 20 Wer Gott dient, den nimmt er mit Wohlgefallen an, und sein Gebet reicht bis in die Wolken. 21 Das Gebet eines Demütigen dringt durch die Wolken, doch bis es dort ist, bleibt er ohne Trost, und er lässt nicht nach, bis der Höchste sich seiner annimmt 22 und den Gerechten ihr Recht zuspricht und Gericht hält.

 

Liebe Gemeinde!

Als die Gebete ihre Reise zum Himmel beendet hatten und in den Thronsaal Gottes eingelassen werden wollten, kam es zu einem gewissen Ge­drängel.

Das Dankgebet eines Bischofs war der Meinung, es müsse vorgelassen werden, weil der Bischof ja nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Diözese bete. Außerdem, so machte das Dankgebet geltend, sei es doch auch sinnvoll, Gott durch Danken erst einmal gnädig zu stimmen, bevor die zahlreichen und vielfältigen Bitten, die sich auch teilweise noch widersprechen, auf Gott einstürmen und ihm wahrscheinlich ja auch beträchtlich auf die Nerven gehen würden.

Doch das Gebet einer Frau, die sich seit Jahren Kinder wünschte, aber keines bekam, meldete sich freundlich, aber bestimmt zu Wort: „Ich bin schon lange unterwegs zu Gott. Ich bin auch nicht allein, sondern die Frau, die mich zum Himmel gesandt hat, betet jetzt schon seit zehn Jah­ren beharrlich, dass sie endlich in Kind bekommt. Wir möchten uns nicht vordrängeln, ganz bestimmt nicht. Wir sind auch voller Geduld. Aber wir müssen gehört werden und wir sind überzeugt, dass Gott ge­recht ist und niemanden bevorzugt, auch wenn es das Gebet eines Bi­schofs ist.

Während das Gebet der Frau mit dem Kinderwunsch gerade noch so sprach, versuchte ein leise dahingehauchtes „Ach Gott!“ an den anderen vorbeizuschlüpfen, in der Überzeugung, es würde notfalls auch noch durchs Schlüsselloch passen, weil es ja so klein sein. Aber die anderen Gebete stellten sich ihm in den Weg und wunderten sich, dass es mit sei­ner leisen Stimme überhaupt so weit gekommen war. „Du bist doch gar kein richtiges Gebet! Du hast ja gar keinen verständlichen Inhalt! Was soll Gott mit dir überhaupt anfangen?“ „Die Not des Kindes, das mich gehaucht hat, soll Gott sehen und ich bin gewiss: Gott sieht sie auch, auch wenn ich noch so leise gehaucht bin."

Und noch während das leise „Ach Gott“ des Kindes redete, wurde es un­terbrochen vom lauten, verzweifelten Schrei eines Gefolterten. Mitleidig blickten die anderen Gebete auf den Schrei, aber zugleich tuschelten ei­nige: „Na ja, ein Gebet ist der Schrei ja nicht. Ohne jede klare Anrede an Gott. Ob der Schrei überhaupt aus dem Mund eines Gläubigen stammt? Und klare Wort fehlen auch.“ Aber da meldete sich das Gebet um Ge­rechtigkeit eines Menschenrechtsanwaltes zu Wort und stellte klar: „Was seid ihr nur für eingebildete Gebete von Menschen, denen es of­fensichtlich gut geht? Wollt ihr euch über gequälte Menschen lustig ma­chen, indem ihr von ihnen klare Worte oder ausgefeilte Vorträge fordert? Drückt der Schrei nicht die ganze Not und Qual dieses Menschen aus? Und ist es nicht jeder Schrei eines gequälten und gefolterten Menschen wert, dass er von Gott gehört wird, ganz gleich, ob einer an Gott glaubt oder nicht?“ Da schwiegen die Gebete der Privilegierten verschämt.

Direkt vor der Eingangstür zu Gottes Thronsaal hatten sich breitbrüstig das allgemeine Kirchengebet einer Hamburger Hauptkirche und der Hallelujahgesang einer Münchner Pfingstgemeinde aufgebaut. Man soll­te ja meinen, unterschiedlicher können Gebete nicht sein, aber wie die beiden da selbstbewusst ganz vorne in der Reihe vor allen anderen schwebten, waren sie sich zum Verwechseln ähnlich, daran konnte noch nicht mal die schmucke Lederhose des Hallelujahgesangs etwas ändern.

In einen der hintersten Winkel hingegen hatte sich das schnell herunter­geleierte: „Lieber Gott mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm!“ eines 5-jährigen aus einem Waisenhaus verdrückt. Es schämte sich vor den pädagogisch wertvollen – wenn auch nicht so schön ge­reimten – Gebeten eine Professorin für Religionspädagogik und hatte Angst, wenn es erwischt wird, wird man es aus dem Thronsaal hinaus­werfen, weil zu wenig von Herzen komme. Es konnte ja nicht ahnen, dass die pädagogisch wertvollen Gebete nie auf die Idee gekommen wä­ren, so streng mit dem kleinen „Lieber Gott, mach mich fromm ... “ zu sein. Schlimmer war eher die abgrundtiefe Verachtung die die pädago­gisch Wertvollen für das „Lieber Gott, mach mich fromm ...“ verspür­ten.

Irgendwo etwas abseits des Geschehens lieferten sich die Gebete einer Pfälzer Bäurin um Regen und mit den Gebeten Karlsruher Touristen um Sonnenschein ein Handgemenge. Aber solche Ungemach war man in der Vorhalle zum Thronsaal seit Jahrhunderten gewohnt, neu waren eher die Auseinandersetzungen zwischen den Gebeten von Eltern, die wünschten, dass die Schule geöffnet bleibt und Gebeten von Kindern, die hofften, dass die Schule wegen Corona noch möglichst lange ge­schlossen bleibt. Dass solche widersprüchlichen Gebete oft aus der sel­ben Familie kamen, machte es ja nur schwieriger, mit ihnen umzugehen.

Am bewundernswertesten waren wahrscheinlich all die Gebete, die wussten, dass ihre Anliegen wahrscheinlich kaum zum Zug kommen würden: das Gebet einer Syrerin um Frieden, das Gebet einer Muslima aus China um Religionsfreiheit oder das Gebet eines brasilianischen In­dio um Gerechtigkeit und den Erhalt des Amazonas-Waldes. Und ob­wohl sie immer wieder beiseite geschubst wurden und nach hinten ge­drängt, dachten diese Gebete noch nicht einmal daran klein beizugeben. Wahrscheinlich wussten sie, was gleich kommen würde:

Die Tür zu Gottes Thronsaal wurde geöffnet und eine Stimme sprach: Kommt nur alle herein. Ihr sei alle willkommen, groß oder klein, laut oder leise, lang oder kurz, durchdacht oder nur dahingehaucht. Kommt, ihr werdet alle gehört! Ihr alle seid bei Gott aufs herzlichste willkom­men!

Als es jetzt doch noch einmal zu einem Gedränge kommen wollte, er­gänzte die Stimme: Bedenkt und beherzigt, was Jesus Christus den Menschen gesagt hat, es kann auch euch gelten: Die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten werden die Ersten sein! Amen

Im Nachtrag bleibt mir noch eine kleine Anmerkung: Die Vorstellung eines Warteraumes vor Gottes Thronsaal war natürlich nur ein dramaturgischer Kniff, um die Gebete überhaupt ins Gespräch miteinander zu bringen. In Wirklichkeit haben alle Gebete unmittelbaren Zugang zu Gott – ohne erst lange warten zu müssen. Die Berechtigung zu diesem dramaturgischen Kniff habe ich einem Gedanken des Predigtabschnittes entnommen: In Vers 21 ist davon die Rede, dass Gebete manchmal etwas länger auf ihrer Reise zu Gott brauchen – vermutlich möchte Jesus Sirach die Menschen darüber hinwegtrösten, dass nicht all unsere Wünsche sofort erfüllt werden, sondern Beten braucht meist große Geduld und Beharrlichkeit.

Ihr Albrecht Fitterer-Pfeiffer

Fürbittgebet für den Sonntag Rogate

Gott, du bist barmherzig.

Wir rufen zu dir im Vertrauen darauf, dass unser Gebet durch den Himmel fliegt, durch die Wolken und bis zu dir.

Wir bitten dich:

Schenk den Mächtigen Weisheit.

Schenk den Verfolgten Frieden.

Schenk den Leidenden Ruhe.

Schenk den Müden Kraft.

Schenk den Einsamen jemanden, der oder die ihnen zuhört.

Schenk den Verzweifelten Hoffnung.

Schenk denen, die von bösen Mächten getrieben sind, Freiheit.

Schenk uns allen Mut und Liebe;

ein weites Herz und einen aufmerksamen Blick

für die Menschen, die neben uns seufzen und unsere Hilfe brauchen.