Weltgebetstag am 5. März 2021

Worauf bauen wir ? - Unter diesem Motto laden Frauen aller Konfessionen zum Weltgebetstag ein.

Das Gemälde zeigt die Situation auf Vanuatu als der Zyklon Pam 2015 über die Inseln zog (Bild: Juliette Pita).

Vorbereitungskomitee Vanuatu

 

Willkommen zum Weltgebetstag 2021, der von Christinnen in Vanuatu vorbereitet wurde. Mehr als 80 Inseln bilden den kleinen Inselstaat Vanuatu im Südpazifik - mit wohlklingendem Namen, aber durch die Klimakatastrophe existentiell in Gefahr: Durch die Erderwärmung und ihre Folgen sind die Inseln vom Untergang bedroht. Der Staat hat höchstes Katastrophenrisiko etwa durch Erdbeben, Vulkanausbrüche sowie auch Zyklone. Steigende Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen; durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab; stei­gende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Nicht nur der Meeresspiegel steigt, auch die tropischen Wirbel­stürme werden stärker. Zugleich aber wird der Inselstaat vor allem von der Tourismusbranche als eines der letzten Paradiese bezeichnet. Laut dem "Happy Planet Index" zählt Vanuatu gar zu einem der glücklichsten Länder der Welt.

Der Name Vanuatu bedeutet »Land, das aufsteht». Nach der Unabhängigkeit von der französischen und britischen Kolonialherrschaft wurde die Republik 1980 gegründet. Heute schwenkt Vanuatu stolz seine Flagge und zeigt das Wappen, auf dem jede und jeder lesen kann: "In Gott stehen wir" in der Landessprache Bislama; Bislama ist eine Kreolsprache aus der britisch-französischen Kolonialzeit. Im Inselstaat mit mehr als 100 Sprachen sind Bislama und der christliche Glaube, zu dem mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sich bekennen, die wichtigen und Identität stiftenden Bänder.

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten "Mammas-Märkten" ver­kaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen aber treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Diese traurige Realität belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu von 2011: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal ge­walttätig geworden sei.

Felsenfester Grund für alles menschliche Handeln sollen Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen.  Deshalb laden sie uns mit der Liturgie, in deren Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 steht, ein aufzustehen und in unseren Gemeinschaften, unseren Nationen und Ländern weltweit nach den Worten Jesu zu handeln. Diese erinnern uns an die "Goldene Regel": "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!" (Matthäus 7,12).

„Worauf bauen wir?“ - ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu. Die Liturgie wirbt für eine gerechte und bewohnbare Erde. Nur das Haus, das auf festem, solidem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst. Das ist der feste Grund, die Grundlage der heutigen Botschaft - die zentrale Bibelstelle in der Liturgie bei Matthäus 7,24-27.

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den ökumenischen Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland werden rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen.

Weltgebetstag vor Ort

Abends um 19 Uhr findet ein ökumenischer WGT-Gottesdienst in der Ev. Kirche Neureut-Nord statt. Ebenfalls um 19 Uhr zeigt "Bibel TV" einen WGT-Fernseh-Gottesdienst.

Wir laden Sie herzlich ein, den ökumenischen Weltgebetstag am Freitag, 5. März um 15 Uhr in der Ev. Kirche Kirchfeld zu feiern.

Corona bedingt ist Ihre Anmeldung bis Freitag, 26. Februar erbeten. - Ein Anmeldeformular zum Ausdrucken finden Sie auf dieser Homepage. Weitere Exemplare liegen in der Kirche und im ev.Kindergarten aus. - Sie können sich aber auch formlos anmelden: per Brief im Briefkasten am Gemeindehaus, tel. im Pfarrbüro über Tel. 70588 oder per mail an pfarramt@ev-kirche-kirchfeld.de. (wichtig dabei: Bitte geben Sie unbedingt Ihre Telefonnummer an). - Wer diese Zeilen erst nach dem Anmeldeschluss liest und gerne kommen möchte, kann sich telefonisch oder per Mail bei uns melden. Wir geben Bescheid, ob ein Besuch noch möglich ist. - Oder Sie kommen spontan und wir sehen, ob noch Platz ist)

Der Gottesdienst dauert rund eine Stunde. Zum Lüften ist eine Pause geplant. Bitte denken Sie an med. Masken. Danke.

Für das WGT-Team Ulrike Lucas